Mondglimmer

Gaukler der Lüfte

Zugvögel im Schneeregen -

im kahlen Wipfel der Espe

eine Wolke Krähen

.

Mohnkornäuglein weinten den See

Trollhände fackelten die Kirche

Stämme – deren Gerippe

des Waldes Atem fehlt…

.

Nadelhölzgewebe der Stille

die Rüstung gehörnter Unholde

tausend Jahre vergingen

seit der Katastrophe

.

Mondglimmer gleißt

wie Mädchenhaar gekämmt

eine goldene Prinzessin

in Wellenzauber getränkt

.

ihre Blumensprache begreift

kein Affenmensch

und kein $exSperience klaut

dem Zwielicht Geist

.

windgezauberte Sternnoten

silberne Weihrauchnebel

tauchen die Welt ins Harfenspiel

der Nachtfalter und Seerosen

.

niemand verfremdet die Seele

einzigartiger Wesen

wenn das schwarze Einhorn

dem Gebirgshang folgt

.

die Runen eherner Stämme

verblassen zu Kraftzeichen

Mondpfade magischer Kerzen

zu unbekannten Reichen

.

Waldgeister erheben sich

aus Schattenwipfeln

wo Vögel mit heraldischer Gestalt

und leuchtenden Augen nisten

.

Gebirgsbach=Ufer geheimer Seele

umfließt des Mondes Brautkranz

Schneeflockenschwäne

verjüngt im Liebestanz

.

silberne Flügel knistern

schleicht ein diebischer Kater

durch weiße Fichten

die Augen gelbe Flammenmale

.

wo Mispelwispelwesen

und bösartige Orks sich trollen

aus verseuchten Städten

der Sümpfe überlebten

.

Mondglimmer gleißt

auf beflügelten Geisterpferden

aus nebligen Bergen

und entblößt ihren Schneeleib

.

© j.w.waldeck 2011

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